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Sonntag, 1. März 2015

Das Spätwerk Rembrandts

Das Rijksmuseum in Amsterdam zeigt mit "Der späte Rembrandt (Late Rembrandt)" vom 12. Februar bis 17. Mai 2015 eine Ausstellung, die wir in dieser Vielfalt und Geschlossenheit wohl nie mehr zu Gesicht bekommen werden. Die Spätwerke Rembrandts wurden in Zusammenarbeit mit der National Gallery of London aus Museen und Privatsammlungen rund um den Erdball zusammengetragen; viele davon werden erstmals zusammen ausgestellt.


Rembrandt: Selbstporträt als Apostel Paulus 1661

Das Spätwerk Rembrandts wird in 40 Gemälden, 20 Zeichnungen und 30 Drucken gezeigt, die zwischen 1652 und dem Tod Rembrandts im Jahr 1669 entstanden sind. Wunderbar zu sehen ist, wie Rembrandt mit aller Offenheit die Menschen und die Natur so darstellt, wie sie sich ihm zeigen. Nichts wird beschönigt. Ebenso fesselnd sind seine   Selbstbildnisse, in denen er uns tief in die Augen zu sehen scheint. Übrigens: Rembrandt malte rund 80 Selbstporträts.


Rembrandt: Selbstporträt

Die Ausstellung im Rijksmuseum Amsterdam verteilt sich auf neun Säle, die nach verschiedenen Themenbereichen untergliedert ist, beispielsweise Selbstbildnisse, innerer Konflikt und Versöhnung sowie experimentelle Technik. Besonders beeindruckend ist der Themenbereich "Intimität", in dem Titus, der Sohn Rembrandts, die Lesende alte Frau sowie die Badende Frau ausgestellt sind. 



Ebenfalls zu diesem Themenbereich gehört das Bild Die Judenbraut(das Bestandteil der Sammlung des Rijksmuseums ist und auch außerhalb der Sonder-Ausstellung zu sehen ist), über das Vincent van Gogh in einem Brief an seinen Bruder schrieb: "Welch ein intimes und unendlich sympathisches Gemälde."



Wer vor diesen beeindruckenden Gemälden steht, spürt, wie Rembrandt in seinen späten Jahren intime Momente auf einzigartige Weise festhalten konnte. Es ist, als ob man selbst als stiller, unerkannter Beobachter an diesen Augenblicken teilnehmen darf.


Bildnis einer jungen Frau mit Schoßhund (1662-1665)

In seinen späten Jahren entwickelte Rembrandt auch experimentelle Maltechniken, wobei einige seiner beeindruckendsten Werke wie Jakob segnet die Söhne des Joseph entstanden sind, eine Leihgabe der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel.


Rembrandt:  Jakob segnet die Söhne des Joseph


Da "Der Späte Rembrandt" zu den wichtigsten Ausstellungen des Jahres 2015 gehört, ist sie auch entsprechend gut besucht. Daher ein paar ...


Tipps für einen Besuch der Ausstellung Der späte Rembrandt im Rijksmuseum Amsterdam


  • Wer es ermöglichen kann, der sollte nicht am Wochenende kommen, da es dann ziemlich voll ist.
  • Das Rijksmuseum ist jeden Tag von 9 bis 17 Uhr geöffnet, also auch am MONTAG.
  • Der Eintritt für das Rijksmuseum UND die Ausstellung Der späte Rembrandt beträgt 26 Euro. Tickets können hier bestellt werden.
  • Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahren haben immer kostenlosen Eintritt, benötigen jedoch ein Ticket.
  • Weil so viele Leute die Ausstellung Der späte Rembrandt sehen möchten, ist der Eintritt ZEITGEBUNDEN: Man kauft also ein Ticket für einen bestimmten Zeitraum, z.B. Besuch der Rembrandt-Ausstellung zwischen 15 und 17 Uhr. Davor können beispielsweise die anderen Bereiche des Rijksmuseums besichtigt werden.
Rembrandt: Die Vorsteher der Tuchmacherzunft, 1662, Rijksmuseum

  • Am besten kauft man das Ticket online, dann kann man den Zeitraum des Besuchs online wählen. Kommt man spontan, dann kann es passieren, dass der gewünschte Besuchszeitraum überfüllt ist und man warten muss.
  • Man sollte Zeit mitbringen. Wir waren an einem Samstag im Rijksmuseum, und trotz Online-Tickets mussten wir an der Garderobe und am Eingang zur Ausstellung Der späte Rembrandt warten.
  • Wer kein Online-Ticket besitzt, der muss zusätzlich am Eingang zum Museum in der Reihe stehen.
  • Dennoch: Die Ausstellung Der späte Rembrandt lohnt sich!
  • Und: Kommen Sie am besten an einem Montag oder Dienstag mit einem vorher erworbenen Online-Ticket.
  • Noch ein Tipp: Es gibt über den App Store eine Rijksmuseums-App zum Gratis-Download. Diese sollte man sich vor dem Museumsbesuch auf das Handy oder den iPad runterladen und einen Kopfhörer mitnehmen. Dadurch hat man eine wunderbare einstündige Privatführung durch die Ausstellung Der späte Rembrandt.
  • Anfahrt: Das Rijksmuseum befindet sich am Museumplein in Amsterdam (Museumstraat 1).
  • Erreichbar ist das Rijksmuseum Amsterdam mit öffentlichen Verkehrsmitteln: vom Hauptbahnhof Amsterdam Centraal mit der Straßenbahn 2 (Haltestelle Rijksmuseum) oder vom Bahnhof Amsterdam Zuid mit der Straßenbahn 5 (Haltestelle Rijksmuseum).
  • Weitere Infos über das Rijksmuseum auf meiner Website Amsterdam-Blog.de

Freitag, 5. April 2013

Rijksmuseum

Ich hatte das unglaubliche Glück, gestern - neun Tage vor der offiziellen Eröffnung - gemeinsam mit 140 Journalisten aus aller Welt, das Rijksmuseum besuchen zu dürfen.



Das Rijksmuseum in den Medien


Ehrlich gesagt: Erst verstand ich den ganzen Medienrummel rund um das Rijksmuseum nicht. Fernsehübertragungen sogar außerhalb der Niederlande, die niederländischen Tageszeitungen voller Artikel und Specials über das Rijksmuseum, Countdowns in den sozialen Netzwerken. Was ist das Besondere am Rijksmuseum? Wie gesagt: Gestern war ich dort - und ich bin noch immer überwältigt.




Das Atrium des Rijksmuseums


Man betritt das Rijksmuseum über ein gigantisch großes Atrium, dessen Höhe optisch durch die weißen, rechteckigen "Kronleuchter" begrenzt wird. Genau genommen gibt es zwei Atrien. Eines ist der Eingangs-, das andere der Gastronomiebereich. Getrennt werden diese zwei Atrien durch etwas weltweit Einzigartiges und typisch Niederländisches: einen Radweg. Tatsächlich dürfte dies das einziges Museum der Welt sein, durch das Radfahrer fahren dürfen. Die Museumstraat führt vom Museumsplein durch das Gebäude hindurch zur Prinsengracht und Richtung Zentrum.  




Wie zu Zeiten Cuypers


Anhand dieses Fotos kann man gut erklären, warum die Renovierung des Rijksmuseums ganze zehn Jahre dauerte. Als das Museumsgebäude des niederländischen Architekten Pierre Cuypers (1827 – 1921) im Jahre 1885 fertiggestellt wurde, waren die liberalen Amsterdamer mit dem Ergebnis nicht so ganz zufrieden. Das neogotische Gebäude mit seinen Türmchen, bunten Fenstern und Säulen erinnerte sie zu sehr an eine Kirche. Somit wurde im Laufe der Zeit die ganze Dekoration weggeholt, die Wände wurden geweißt. Dass das Gebäude heute wieder so aussieht wie zu Zeiten Cuypers ist das Resultat zehnjähriger Restauration. Jahrelang wurden die Wandgemälde wieder aufgetragen, Blumen und Muster von Hand in die Gewölbe gemalt. 




Die Ehrengalerie des Rijksmuseums


Das Herz des Rijksmuseums ist die Ehrengalerie. Hier sind die Großen des Goldenen Zeitalters ausgestellt: Frans Hals, Jan Steen, Pieter Saenredam, Jacob van Ruisdael, Johannes Vermeer, Rembrandt - und als Krönung der Ehrengalerie seine Nachtwache. Die Nachtwache ist nicht nur das wichtigste Gemälde der Ehrengalerie, sondern des ganzen Rijksmuseums.




Die Geschichte der Niederlande


Was gibt es außer der Nachtwache noch im Rijksmuseum zu sehen? Rund 8.000 Kunstwerke aus 8 Jahrhunderten in 80 Räumen. Das Rijksmuseum gibt somit einen guten Einblick in die Geschichte der Niederlande, nicht nur in die der Kunst, sondern auch in das tägliche Leben der Holländer: Wie sie im Goldenen Zeitalter wohnten, welche Kleidung sie trugen, welches Essen auf den Tisch kam, wie sie zu Land und Wasser kämpften - die Palette der Kunstwerke reicht vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.




Eintauchen in die Epochen


Bei manchen Räumen hat man das Gefühl, man betritt nicht nur ein Zimmer, sondern eine ganze Epoche. Das Foto oben zeigt beispielsweise Möbelstücke aus dem Jagdschloss Het Loo in Appeldoorn, die König Wilhelm III. und seine Frau Mary anschafften: Delfter Porzellan, Kabinettschränke mit wertvollen Intarsien-Arbeiten, ein Gemälde mit Vögeln, das den Kamin des Palastes Het Loo zieren sollte (17. Jh.).



Die Cuypers-Bibliothek


Ebenfalls sehenswert sind die alte Cuypers-Bibliothek und die Special Collections im Erdgeschoss, die nicht nur durch die ausgestellten Stücke beeindrucken, sondern auch durch die fantastische Präsentation. 



Die wahren Helden des Rijksmuseums


Alles in allem war der Besuch des neu eröffnete Rijksmuseums für mich ein unvergessliches Erlebnis. Hier werden einmalige Kunstwerke in einem besonderen Ambiente präsentiert. Hut ab vor der gelungenen Renovierung. Meine Helden des Jahres sind daher die Architekten Antonio Cruz und Antonio Ortiz aus Sevilla, Gijsbert van Hoogevest aus Amersfoort und Jean-Michel Wilmotte aus Paris sowie die Museums-Direktoren Wim Pijbes, Erik van Ginkel und Taco Dibbits. 




Ein Besuch im Rijksmuseum 


Wer das Rijksmuseum nun selbst besuchen möchte, kann das ab dem 13. April 2013. An diesem Tag ist das Museum sogar gratis zugänglich. Danach kostet der Eintritt 15 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Das Museum ist jeden Tag von 9 bis 17 Uhr geöffnet, auch am Montag. Es liegt am Museumsplein in Amsterdam.



Die ganz private Kunst-Kollektion

Nun entschuldigt noch meine schlechten Aufnahmen. Doch auch in diesem Bereich ist das Rijksmuseum einzigartig: Auf der Website vom Rijksmuseum können alle Werke gratis heruntergeladen werden. Und man kann sich sogar seine eigene Kollektion zusammenstellen.
Tickets können auf der Website vom Rijksmuseum auch online bestellt werden:
www.rijksmuseum.nl