Dienstag, 12. April 2016

Holland im Tulpenrausch

Der Bollenstreek


In der Gegend rund um Noordwijk, Lisse und Haarlem sieht man im Frühling – so weit das Auge reicht - bunte Tulpenteppiche. Sie sind Teil des sogenannten bollenstreeks, des holländischen Tulpen-anbaugebietes, das sich vor allem in Küstennähe von Den Helder im Norden über Alkmaar bis fast vor die Stadttore Den Haags erstreckt. Der bollenstreek ist das größte Tulpen-Anbaugebiet der Welt und deckt 80 Prozent des weltweiten Bedarfs an Tulpenzwiebeln.



Hier kann man im Frühling die kleinen Landstraßen abfahren und sich an den Tausenden Tulpen erfreuen. Vor allem rund um Lisse, Noordwijk, Noordwijkerhout, Sassenheim, Hillegom und Voorhout stehen die Felder in Blüte. Tipps: Zwartelaan, Essenlaan und Loosterweg-Zuid in Lisse; Veenenburgerlaan, Zuider Leidsevaart und Derde Loosterweg in Hillgegom; Herenweg und Westeinde in Noordwijkerhout.


Blumenparadies Keukenhof


Größter Anziehungspunkt im Frühling ist der Keukenhof, der vor allem fotobewaffnete Japaner und Chinesen anlockt, die busseweise angekarrt werden. Während der nur achtwöchigen Öffnungszeit (Mitte März bis Mitte Mai) besuchen rund 800.000 Menschen das Tulpenparadies, in dem rund 7 Millionen Tulpen, Hyazinthen und Narzissen blühen. Angeblich soll der Keukenhof der am häufigsten fotografierte Ort der Welt sein.

Fotos oben: Keukenhof

Tulpenfestival in Amsterdam


In Amsterdam wird im April das Tulpenfestival gefeiert. Dann zieren 500.000 Tulpen in 400 Sorten an 60 Standorten die Stadt. Zu den Standorten zählen der Museumplein, das Fotomuseum Eye, der Dam und der Rembrandtplein. Die Tulpen stehen in großen Blumentöpfen oder Blumenrabatten auf den Plätzen und sind eine wahre Augenweide. Mehr Infos über Amsterdam findet ihr in meinem Amsterdam-Blog.




Die Geschichte der Tulpe in Holland


Eigentlich stammt die Tulpe gar nicht aus Holland, sondern aus Zentralasien. Von dort gelangte sie im 16. Jahrhundert über den Hof des osmanischen Sultans in Istanbul weiter nach Deutschland und dann nach Holland, genauer gesagt nach Leiden. Dort pflanzte sie der Botaniker Carolus Clusius im Leidener Universitätsgarten an. Bald war die Tulpe in Holland so beliebt, dass es Mitte des 16. Jahrhunderts zu einer wahren Tulpenmanie kam. Tulpen waren so begehrt, dass man einen Sack Tulpenzwiebeln gegen mehrere Häuser eintauschen konnte. Den Rekord stellte eine Tulpenzwiebel namens Semper Augustus auf. Für eine einzige Tulpenzwiebel dieser Sorte war man bereit, den Preis eines Grachtenhauses zu bezahlen.

Weitere Infos über das Tulpenland Holland in meinem neuen Buch Holland für die Hosentasche.





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